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EU-Parlament: Schärfere Kontrollen für Lebendtiertransporte


Die Europäische Union hat sich schon vor Jahren die Verbesserung der Transportbedingungen bei Tiertransporten zur Aufgabe gemacht.


Bereits 1977 wurden die ersten gemeinsamen Regelungen getroffen. 2005 wurde die Verordnung zum Wohlergehen der Tiere beim Transport erlassen. Darin ist klar geregelt, dass die Beförderungsdauer der Tiere so kurz wie möglich zu halten und den Bedürfnissen der Tiere Rechnung zu tragen ist.


Immer wieder Verstöße


Leider werden innerhalb der Union immer noch jedes Jahr rund 4 Mio Rinder, 28 Mio Schweine, 4 Mio Schafe, rund 243 Mio Geflügeltiere sowie 150.000 Pferde mehr als 8 Stunden lang transportiert.


Immer wieder wird dabei über unzumutbare Transportbedingungen und völlig erschöpfte oder verletzte Tiere berichtet. Dies widerspricht klar den Vorgaben der geltenden EU-Verordnungen. Deshalb hat das Europäische Parlament am 19. Juni die Einrichtung eines Untersuchungsauschusses beschlossen.


Ausschuss mit steirischer Beteilligung?


"In Österreich und anderen Mitgliedsstaaten schlagen leider immer noch vorkommende Missstände bei Lebendtiertransporten verständlicherweise hohe Wellen. Ich bin selbst praktizierende Landwirtin, mir ist bewusst, was es heißt, mit Tieren achtsam umzugehen und Tierwohl zu garantieren.

Was andernorts passiert, trifft mich persönlich, kein Landwirt will seine Tiere leiden sehen.

Deswegen habe ich mich auch als Mitglied des Untersuchungsausschusses beworben.", erklärt MEP Simone Schmiedtbauer, die für die steirischen Bauern keine zusätzlichen Auflagen befürchtet: "Österreich hat bereits jetzt deutlich strengere Vorschriften für Tiertransporte, als viele andere EU-Staaten. Wir verfolgen drei Hauptziele: So wenig wie möglich, so kurz wie möglich und so gut wie möglich!"


Weg vom Lebendtiertransport


Aufgabe des Ausschusses ist es, Verstößen nachzugehen und die Umsetzung der geltenden EU-Vorgaben nachdrücklich einzufordern. Schmiedtbauer formuliert allerdings langfristig ein weit ambitionierteres Ziel: künftig nicht mehr lebende Tiere quer durch Europa zu karren, sondern vor Ort zu schlachten und das Fleisch zu transportieren.

" Jeder einzelne von uns kann auch einen persönlichen Beitrag zur Verringerung von Tiertransporten leisten, und zwar bei der eigenen Kaufentscheidung. Geben Sie Regionalität den Vorrang.", appelliert sie an die steirischen Konsumenten.

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